Archiv für die Kategorie ‘Die Welt’

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Paintball – Eine Stunde Krieg für 17,95 Euro

Juni 11, 2009

Paintball, – verbieten oder nicht – ein Selbstversuch von „Welt Kompakt“ Redakteuren.

–> http://www.welt.de/vermischtes/article3889882/Paintball-Eine-Stunde-Krieg-fuer-17-95-Euro.html?print=yes#reqdrucken

Ein wirklich sehr interessanter Artikel über die Gefahren des Paintballs.

Denn es geht los. Reflexartig ducken sich alle und schleichen zur ersten Ecke. 

Wir Mädels kriechen fast auf allen Vieren, bleiben hinter den Jungs, verängstigt.

Hinter mir gibt es auf ein Mal einen Knall und wieder zucken alle zusammen, machen sich klein. Ich spüre, wie ich am ganzen Körper zittere.

Die ersten Minuten in einer alten Fabrikhalle in Berlin-Lichtenberg, beschrieben von Team Rot.

rücken abwechselnd vor, geben uns Feuerschutz. In einem Gang rechts gibt es Geschrei. 

Ich bin sonst eher der ruhige Typ. Ich mag klassische Musik und gehe in die Kirche. Aber jetzt werde ich um die Ecke gehen und das rote Biest abschießen.

Es ist nur ein Spiel! Und diese Einstellung ist auch sehr wichtig für das Spiel, um zu gewinnen. Jedoch könnte so eine Einstellung auch, außerhalb des Spielfeldes, schnell zu Problem werden. Es ist sehr wichtig, diese „Ich will siegen“-Einstellung nach Ende des Kampfes wieder abzulegen und nicht zu behalten.

Mein ganzer Körper fühlt sich an wie ein stählernes fremdgesteuertes Etwas. Voller Angst.

Ohne Worte schauen wir uns an. Daumen hoch. Es ist beängstigend. Vor dem Spiel hat mich das ganze Kriegspielen echt abgestoßen. Aber jetzt freue ich mich, dass wir Gabi getroffen haben.

Ich ziele und ballere so viel es geht auf ihn! Treffer!

Meinen Körper durchfährt ein leichter Schauer, Euphorie?

blitzschnell wende ich mich und ballere los

SPD-Politiker Dieter Wiefelspütz meinte dazu:

„Paintball ist sittenwidrig. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben.“

Sittenwidrig? Nein, im Gegenteil, es fördert die Teamfähigkeit. Ein Einzelner ist schwach und verwundbar, nur als Team ist man stark und siegfähig.

Ich würde einen Paintballwettbewerb jeder größeren Firma im Azubibereich, mit mindestens 10 Auzubis, ans Herz legen. Dies fördert unglaublich die Teamfähigkeit. So baut man Vertrauen in seinen, am Anfang der Ausbildung noch unbekannten, Azubikollegen auf. Ohne Vertrauen, zu seinen Mitspielern, ist man in diesem Spiel mehr als verloren.

Natürlich sollte man auch die negativen Seiten nicht vernachlässigen. Im Spiel sind seuche Einstellungen, welche die „Welt Kompakt“ Redaktion gut beschrieb, einfach Gold wert. Im wirklichen Leben, jedoch fehl am Platz. Gefunden werden muss ein richtiges Mittelmaß, nur wie soll das gehen?

Eine sehr gute Frage!

Ich weiß es nicht.

Jedoch sollten Paintballanlagen-Besitzer doch mitbekommen, wenn es mit einen Kunden schon so weit ist, dass er Spiel und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann. Auch unter Freunden, sollte man dies mitbekommen. Dies beginnt für mich schon damit, wenn man aus nähester Distanz, trotz Aufgabe des Gegenspielers, noch mehrmals drauffeuert. Spätestens hier, sollte man ein bundesweit Hausverbot auf Paintball-Anlagen, sowie das informieren der Behörden, in Betracht ziehen.

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Die Tür geht auf – Die Angst kommt mit

März 12, 2009

Ein Tag ist es  nun schon wieder her. Ein Tag wie gestern, welcher Deutschland und die USA wieder mal veränderte. Ein Tag, wo 26 unschuldige Menschen ihr Leben verloren. Ein Tag, der das ach so einfache Wort „Wieso?“ wieder in vollem Umfang hinterfrägt. Ein Tag, wo die Angst wieder über einen kommt, die Angst der Eltern, die Angst der Schüler, aber auch die Angst der Lehrer. Was kann man dagegen machen? Wie kann man sich dagegen bereits im Vorraus absichern? Viele Fragen wurden uns wieder vor den Füßen geworfen, jedoch nur wenige sind richtig beantwortbar.

Ist es auch die Pflicht der deutschen Schulen, über so ein Ereignis zu sprechen? Am besten noch am gleichen Tag, oder doch erst am nächsten Schultag? Soll es der Schüler gleich schnellstmöglich erfahren, oder soll er Ahnungslos nach Hause gehen und dort die schlimme Nachricht erst Stunden später wahr nehmen?

Wie soll man damit umgehen? Ist es in der aktuell so technisch fortgeschrittenen Welt noch möglich, so ein Ereignis bis zum Schulende zu verheimlichen? Schwer vorzustellen, auch wenn seit Jahren ein absolutes Handyverbot an deutschen Schulen herst. Nur wer hält sich daran? KEINER, und das ist auch gut so, wie man am gestrigen Tag wieder feststellte. Einige Schüler der Realschule in Winnenden blogten, bzw. twitterten die Ereignisse in der Schule live mit. Andere gaben mit ihren Handys der Polizei vielleicht wertvolle Hinweise, wo sich der 17-jährige Amokschütze aktuell aufhält. Dies alles wäre mit einen strikten Handyverbot nicht möglich gewesen.

Ich habe von dem Ereignis in Baden-Württemberg erst erst gegen 16:30 Uhr mitbekommen. Wieso erst so spät, werden sich wohl einige Fragen, obwohl ich technisch ja, im Gegensatz zu anderen, 1a ausgestattet bin. Eigentlich ganz einfach zu erklären. Gegen 9:00 Uhr besuchte ich das letzte mal die tagesschau.de-Internetseite. Dort natürlich die Berichte über den Amoklauf im US-Südstaat Alabama begegnent. Gegen 10:45 Uhr überflog ich dann nur schnell, mit Hilfe meines Handys,  die Feedüberschriften von einigen Newsseiten, wie spiegel.de, welt.de oder auch tagesschau.de. Ich wusste ja das es einen Amoklauf gab, deswegen habe ich die Überschriften nicht als besonders neues und wichtiges angesehen, was leider nicht der Fall war. Gut ich wunderte mich schon etwas über die Häufigkeit, dieser identischen Feedmeldungen, jedoch verschwand mein Handy dann schnell wieder in der Hosentasche. Da gleich in der nächsten Stunde Lehrprobe einer unser Referentare stattfand.

Dort war natürlich striktes Handyverbot (also eben lautlos in der Hosentasche, jedoch nie während der Stunde rausnehmen!). Wieder 45 Minuten ohne richtige Infos. Bis zu dem Punkt  verstand ich noch alles. Eine Lehrprobe ist wohl das wichtigste im Leben, bis jetzt, für den Referentar, deswegen wäre so eine Nachricht nicht grad das Beste für diese Stunde gewesen. Aber danach, der Amoklauf war bereits wieder über 2 Stunden her, die Newsseiten meldeten neue Bericht was das Zeug hält. Wieso druckt man nicht einen dieser Berichte aus, kopiert diesen und bespricht ihn mit der Klasse. Ganz aktuell und ohne viel drumherrum. Ist das den so schwer? Ich bemängel oft, dass die Schule einfach zu unaktuell ist, nur hier hat sich das wieder mehr als eindeutig bestätigt.

Den ganzen Nachmittag über bekam ich keine neuen Nachrichten und Sonstiges zu Gesicht. Bis 16:30 Uhr. Als ich durch Zufall beim Einrichten meiner Receiver bei N-TV vorbeizappte. Erst exakt zu diesem Zeipunkt, wurde es mir klar, was im Nachbarbundesland an diesem Tag geschah.

Am nächsten Morgen ging’s wieder Richtung Schule, die Bilder von Winnenden noch im Kopf.  Vor der Schultür dann die ersten zweifelhaften Fragen, könnte so etwas auch hier passieren, was soll man während eines Amoklauf’s tun? Fragen über Fragen, aber wir hatten ja keine Wahl, also schnell hoch ins Klassenzimmer ( 4. Stock :( ), noch etwas das Fach der 1. Stunde anschauen und los geht’s.

Mit was?

Ein paar Sätze zu gestern, oder einfach mit dem Unterricht weiter machen? Was ist nun das Richtige. Ich würde das Erstere für besser halten, jedoch kam natürlich das Zweitere. Immer wieder ging eine bzw. einer zur Toilette raus. Immer wieder ging die Tür auf und zu, heute knapp 20x. 20 mal, wo man innerlich leicht zusammenzuckte, mit der Angst, wer kommt da nun rein, wer ist das vor der Tür, was passiert in den nächsten Sekunden, usw. Fragen, die nach so einen Ereignis wieder in den Hinterkopf kommen und wohl noch länger da bleiben.

Erst unsere 3. Lehrkraft hatte den Mut, wenn man es so nennen kann, mit uns knapp 30 Minuten über das Ereignis von gestern zu reden bzw. über Lösungsvorschläge, wie man so etwas verhindern kann, zu diskutieren. Nur eine Lehrkraft, hat die Aktuallität den Lehrstoff vorgezogen, ist das wirklich der Sinn der Schule? Wohl eher nicht, oder doch?

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Bin ich zu alt für die Jugendsprache???

September 4, 2008

Als ich heute gegen 11:00 Uhr meinen Feed von “WELT online“ durchstöperte, kam ich auf einen Artikel namens:

„Jugendwort 2008: „Ey, du Zornröschen“ -so reden die Teenager“

Natürlich musste ich diesen Artikel sofort lesen, ich muss ja wissen, wie um meinen Alter herum gesprochen wird. Ich machte ihn auf und schon wurde ich mit Fragen überworfen, was ist eine Rentnerbravo, ein Natursocken oder eine Gammelfeischparty??? Leider wusste auch ich, wie sicherlicht viele Leser, die Antwort auf die Fragen auch nicht, woher soll man dies auch wissen???

Hier in Bamberg und Umgebung zumindest wird nirgendswo so gesprochen, auf jeden Fall nicht bei meinen Leuten.  Aber alles hat einen Hintergrund, ohne Grund würde welt.de so einen Bericht nie online stellen. Im Oktober 2008 soll ein Buch namens „Hä?? – Jugendsprache unplugged“ vom Langenscheidt Verlag erscheinen. Also ist der Bericht sowie das Jugendword 2008 Geschwätz alles nur eine billige Werbung, für ihr neues Buch, damit dies zum Verkaufsschlager wird. Aber was bringt sowas, wenn eigentlich eh keiner so redet???

NICHTS, oder??? Aber hier mal 10 Beispiele, wie die Jugend angeblich redet, ggf. glauben das die Leute von WELT Online bzw. des Langenscheidts Verlag’s auch:

Bildschrimbräune –> blasse Haut eiens Computerfreaks
Datenzäpfchen –> USB-Stick
Die Socken scharf machen –> aufbrechen
Eierkocher –> Whirlpool
Emotuch –> Palästinenserschal
Gemmelfleischparty –> Ü-30-Party
Geld-zurück-Gesicht –> Pickelgesicht
Glutamat-Palast –> Imbiss-Bude
Hardwareproblem –> Potenzstörung
Heuchlerbesen –> Blumenstraß

Habt ihr jetzt schonmal einen Jugendlichen so reden gehört??? Ich zumindest nicht, vielleicht sollte sich welt.de und der Langenscheidtverlag mal ernsthaft hinterfragen, was so ein Buch bzw. Wettbewerb überhaupt soll bzw. bringt?? Außer das man die heutige Jugend alle über einen Kamm haut und Vorurteile in die Welt setzt.

Schade, Mitte August hab ich noch in der „Welt kompakt“ ein gutes Interview gelesen, wo es über die Vorurteile der über Jugendlichen ging und dass es Extremfälle, im negativen Sinne gibt, jedoch im Großen und Ganzen hat die Jugend einen viel zu schlechten Ruf als was sie in Wirklichkeit verdient hätten. Sowas ist in die Onlineredaktion der Welt wohl noch nicht vorgelangt. Schade eigentlich, die Welt ist für mich zwar immer noch einer der besten überregionalen Zeitungen Deutschlands, jedoch ist so ein Kredit schnell verspielt.