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03. Oktober 2008 – 18 Jahre Deutsche Einheit

Oktober 3, 2008

Die Deutsche Einheit wurde heute volljährig. Eigentlich sollte dies Jahr für Jahr ein Tag zum Feiern und zum Nachdenken sein. Nachdenken über was? Exakt mit dieser Frage hat sich heute die SWR-Korrespondentin Birgit Wentzien beschäftigt. In Ihrem tagesschau.de-Artikel über einer Studio um das Schülerwissen über die DDR, „Die Mauer? War da was?“. Leider muss ich Ihr mehr als Recht geben. Und dazu brauchte ich keine Studio der Freien Universität Berlin, ich habe dies selbst miterlebt.

Sie schrieb u. a. über den 16-jähirgen Rainer, der sein Wissen über die DDR aus Erzählungen des Vaters und der Oma bekam. Oder über die 1 Jahr jüngere Susanne, sie weiß zwar selber nicht wirklich viel über die DDR, jedoch wurden bei ihr zumindest die Anfangsthemen der DDR und des Mauerfalls in der Schule behandelt. Anders war es bei mir auch nicht, im Gegenteil, es wurde meines Erachtens nach bewusst die 2-teilung Deutschlands weggelassen, ähnlich war dies bei mir auch beim 2. Weltkrieg, wo wir zwar einen 30 minütigen Film darüber geschaut haben, jedoch für genaueres keine Zeit mehr war, da sich das Schuljahr schon erdrohlich Nahe dem August zugewannt hat.

Und woher soll man dann auch das Wissen herbekommen, ich wüsste heute sicherlich auch noch nicht, hätte ich komplett auf Internet-Nachrichtenseiten verzichtet, wann die DDR überhaupt gegründet worden ist, welche Staatsform oder was für Umweltprobleme die DDR hatte. So kann ich die Meinung des Autor der Studio, namens “Klaus Schröder“, nur bejaren, er sagte nämlich:

„Der Alltag wird sehr wohl weitererzählt, während die Herrschaftsformen, die in der Wissenschaft stärker behandelt wurden, überhaupt nicht weitererzählt werden.“

„Die Schüler wissen nichts Konkretes über die DDR. Sie wissen weder etwas über die Umweltprobleme, noch wissen sie etwas über die Todesstrafe oder die Vermögensverhältnisse. Sie bilden sich ein Urteil, ohne ein Wissen zu haben. Das haben wir bemängelt.“

Mit diesen Aussagen hat er mehr als 100% Recht! Die Schüler wissen nur, was dort im Alltag geschah, was Ihre Eltern, Ihre Großeltern Ihnen mit auf den Weg gegeben haben, mehr nicht. Anders war es bei mir auch nicht. Weiter heißt es über die Schulen:

„Die Institution Schule, in einigen Fällen auch die Hochschulen, behandelt das Thema nicht. Das ist das Problem. Wir haben in allen Lehrplänen vorgesehen, dass das geteilte Deutschland und die DDR behandelt werden sollen. Wenn dann zwei Drittel bis drei Viertel der Schüler sagen, die DDR komme im Unterricht nicht vor, dann müssen wir fragen, wie sein kann. Warum weigern sich Lehrer, diesen Stoff zu behandeln?“

Ich kann jetzt nur schreiben wie es bei mir war. Am Anfang des Schuljahres, erklären die Lehrkräfte des jeweiligen Faches immer den Stoff, welcher lt. Lehrplan eigentlich in diesem Schuljahr vermittelt werden muss. (Natürlich erst ab der 8. aufwärts und nur in vermeintlichen Nichtprüfungsfächer, wie z. B. Geschichte). So wird am Anfang besprochen, was aufjeden Fall gemacht werden muss und dann haben wir die Wahl, entweder diesen Stoff langsam mit Klassenausflügen oder schnell und dafür noch weiteren Stoff, der im Lehrplan steht, und natürlich ohne Klassenausflüge. Natürlich ist die Klassengemeinschaft dann geschlossen für 2teres, auch wenn es sicher immer 2 oder 3 Mitschüler gibt, die lieber alles erfahren wollen, aber diese melden sich dann meistens auch nicht zu Wort, bzw. werden überstimmt. Auch wenn alles sicherlich besser wäre, nur wieso unnötig Stress haben?

Auch folgenden Satz seitens Klaus Schröder ist sehr interessant:

„Für die DDR kann man sehr gut zeigen, dass es eine fiktive, eine rekonstruierte DDR ist, die zurückgesehnt wird. In die wirkliche DDR will kaum jemand zurück.“

Recht hat er, immer mehr wünschen sich die Mauer zurück, sei es im Fußballstadion mit Fangesängen: „Baut die Mauer auf“, um nicht mehr in den Osten des Landes seinen Club begleiten zu müssen, oder nun auch schon bei Wahlen, dies zeigt sich vorallem schon selber in der ehemaligen DDR. Jedoch glaube ich kaum, dass sich so einen Zustand wie damals überhaupt noch ein normaler Deutscher Mitbürger ernsthaft wünscht. Jahrelang war es das Ziel Deutschlands, ein vereinigtes Land zu werden, und nun 18 Jahre später dies.

Dann noch der Schluss, bin zwar ziemlich genau 6 Monate vor dem Ende der DDR geboren, jedoch kann ich mich an kein Deutschland ohne der DDR errinnern und selber auch nicht vorstellen. Somit passt das Ende auch über mich:

Aus Schülern werden Wähler. Die Erstwähler der Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres wurden nach dem Mauerfall geboren, waren sieben Jahre alt, als die Kanzlerschaft Helmut Kohls endete. Für sie ist selbst die rot-grüne Bundesregierung schon Geschichte ist. Es wird eine Herausforderung sein, sie im Mammut-Wahl-Jahr für 60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre Mauerfall zu interessieren. Ein Titel für dieses Informations-Programm könnte lauten: „Wie wir wurden, was wir sind.“

Zwar habe ich bereits bei den Bayerischen Landtagswahl mitgewählt, anders als wie über 40% der Bayerischen Bevölkerung (Nimmt euer Wahlrecht ernst und lasst es nicht verfallen!!!), aber auch die Wahlen 2009 werden meine ersten um den Bundeskanzlerposten. Wen ich wähle und wen nicht, bleibt natürlich mein Geheimnis, jedoch kann man sehr viele Parteien ausschließen, wenn man meine Beiträge in diversen Foren darüber etwas verfolgt bzw. verfolgt hat.

Dies erstmals darüber, auf der tagesschau.de-Seite gab’s dann auch noch 27 Bilder über den Fall der DDR. Auch hier war ich teilweise verwundern, Vorallem beim 12. Bild, dieses Bild wird sehr oft benutzt, wenn es um den Mauerfall geht, jedoch das dieses Bild vom 31.12.1989 stammt, habe ich nicht gewusst. Auch das die DDR-Geldscheine 1 zu 1 in die D-Mark am 01. Juli 1990 umgetauscht worden sind, war mir bis heute fremd.

Interessant ist auch dieser Bericht auf welt.de, über den letzten DDR-Grenzbahnhof. Ich selber bin auch dafür, dass man nicht alles niedermachen soll was mit der DDR verbunden wird, dies ist auch ein Teil von Deutschland, auch wenn es viele nicht mehr wahr haben wollen. Sowas ist auch immer ein Ort zum Nachdenken, wir dürfen nicht vor der Vergangenheit weglaufen, wir müssen darüber hinwegkommen, dass die deutsche Vergangenheit nicht nur Lichtblicke, sondern auch Rückschritte hatte.

Also Leute informiert euch über den 03. Oktober, dies ist der wichtigste Tag Deutschlands. Auch etwas enttäuscht bin ich von den TV-Sendern, vorallem den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Wieso läuft heute im Ersten oder im ZDF nicht mindestens eine Doku über die DDR bzw. den Fall der DDR. Aber nein, nichts läuft. Eigentlich eine Schande für Deutschland, dass jetzt auch schon die öffentlich-rechtlichen Sender die Vergangenheit mit dem wichtigsten Punkt Deutschland nahezu verschweigen.

Nachtrag: Aber zum Glück wird der 03. Oktober nicht schon als Wahlkampfplattform „vergewaltigit“, der in den letzten Tag leider immer mehr an Überhand erhält, wie z. B. hier nachzulesen ist.