
Basketball Bundesliga: 200.000 Zuschauer 2008/09 vs. 0 Zuschauer 2009/10
Juni 26, 2009EWE Baskets Oldenburg heißt der neue deutsche Meister der Basketball Bundesliga. Am Ende zwar mit viel Glück, ok , besser gesagt, dank eines Blackouts der Bonner in den Schlusssekunden des entscheidenden 5. Finalspiels. Jedoch über die Saison und den Playoffs hinweg gesehen, ein am Ende doch sehr verdienter deutscher Meister 2008/09.
200.000 Zuschauer fieberten während den ersten 4 Finalpartieen auf Eurosport mit, ca. 50.000 Zuschauer könnten auch bei sportdigital.tv, u. a. auch dank der kostenlosen Freischaltung über arenaSat, dabei gewesen sein. Auch bet365 und bwin.com übertrugen die Finalspielen per Livestream kostenlos in die Welt hinaus.
Dies war auch beim gestrigen 5. Finale so, bwin.com und bet365.com übertrugen das Spiel gewohnt fehlerfrei, wähernd die Internetseite von sportdigital.tv schon vor dem TipOff in die Knie ging. Denn Eurosport übertrug nicht mehr. Sportdigital.tv wollte von Anfang an alle 5. Spiele, egal ob vom Viertel-, Halb-, bzw. jetzt vom Finale exklusiv haben. Dies ist Fakt und Eurosport samt der BBL (Pommer) können daran nichts ändern. Die BBL hat vor knapp 2,5 Jahren, damals nach einer kostenlosen Pilotlivesendung, welche bis zu 40.000 Zuschauer hatte, mit Sportfive einen umfassenden Vermarktungsvertrag über den Zeitraum von 3 Jahren abgeschlossen. Dieser enthielt nicht nur die komplette Vermarktung der Fernsehrechte, sondern auch die der Namensrechte. So könnte die BBL von heute auf morgen auf einmal „Beathe Uhse Basketball Bundesliga“ heißen, ohne das die BBL, samt Herrn Pommer, irgendetwas dagegen machen könnte.
Auf gut deutsch heißt es, Sportfive kann die TV-Rechte in einer Schublade vergammeln lassen, die BBL kann nichts dagegen unternehmen.
40.000 Zuschauer wurde damals noch als voller Erfolg von der BBL gefeiert, jedoch, dass nur 4.000 Zuschauer die komplette Übertragung gesehen haben wurde stillschweigend als Fakt stehen gelassen.
Jan Pommer damals:
„Das sind sehr gute Zahlen, die zeigen, dass unsere Zielgruppe an diesen Formaten im Internet großes Interesse hat“
Zum Vergleich, während der Saison 2005/06 hatte die Basketball Bundesliga, u. a. dank des Premiere Sportportals, „nur“ 27.500 Zuschauer pro Spiel während der regulären Saison. Die letzten DSF-Finalspiele (2003/04) hatten eine Einschaltquote um die 200.000 Zuschauer, was dem DSF damals zu wenig war.
200.000 Zuschauer sind immerhin 50x mehr, als dies, was Pommer schon als gut bezeichnet. Auch gestern wurde wieder ein interessantes Detail aus dem Rechtevertrag mit Sportfive bekannt:
Jan Pommer im Bonner General-Anzeiger:
Schließlich sei die kostenpflichtige Live-Übertragung der Finalspiels im Internet über bbl.tv eine wichtige Einnahmequelle der BBL, sagte Geschäftsführer Jan Pommer.
Eine wichtige Einnahmequelle???
Die BBL verdient also an den sportdigital.tv-Spielen mit. Somit hatte Pommer überhaupt kein Interesse daran, das 5. Finalspiel an den FreeTV-Zuschauer zu bringen. Wohl auch kaum daran, irgendein Livespiel der Playoffs an einen FreeTV-Sender zuveräußern. Denn, jedes Spiel, was exklusiv auf sportdigital.tv läuft, hätte den Internetverkauf gepusht und somit wäre Geld nach Köln, in die Geschätsstelle der Basketball Bundesliga, geflossen.
Nur Sportfive will endlich Geld sehen, deswegen wurden Teilrechte der Playoffs, an Eurosport verkauft. Und nur dies war der Grund, wieso Eurosport übertragen durfte. Wäre sportdigital.tv wirtschaftlich profitabel bzw. rentabel, hätte es nie Live-Spiele im FreeTV gegeben. Die 5. Spiele wurden nur deswegen nicht verkauft, weil Sportdigital.tv hier mit 5-stelligen Internetlivestreambuchungen gerechnet hat und somit mehr Geld verdient hätte. Wie viele am Ende den Livestream, trotz der kostenlosen Konkurrenz, wie bwin.com, gekauft haben, behält Sportdigital.tv lieber für sich.
Das 5. Finale 2008/09 kann man wohl auch als das allerletztes Livespiel auf sportdigital.tv ansehen. Man kann gespannt sein, wie es mit den BBL-Rechte, welche Sportfive noch ein Jahr hat, weiter geht. Am Ende sehen wir von der kompletten nächste Saison keine einzige Liveminute der BBL mehr im Fernsehen. Auch wenn ein Fernsehsender übertragen möchte, Sportfive hat die volle Gewalt über die Fernsehrechte, ohne den Willen von ihnen, läuft garnichts mehr, nichtmals Sekundenbeiträge im Morgenmagazin.
Re: BBL-Rechte bei SportFive
Eine Passage in einem SPIEGEL Online-Artikel legt nahe, dass entweder die Rechte nur bis diesen Sommer liefen oder die BBL eine Ausstiegsoption besitzt:
Das DSF mag 2003 eine Serie mit 200.000 Zuschauer gehabt haben, aber im Sommer 2004 hatte die Serie Frankfurt – Bamberg nur 140.000 Zuschauer und das bei 30.000 EUR Produktionszuschuss pro Spiel (siehe hier, Artikel vom 7.10.2004) und damit vermutlich nicht sehr weit von den Zuschauerzahlen bei PREMIERE im ersten Jahr, wo man z.B. in der regular season für Bonn–ALBA 100.000 Zuschauer erreichte.
Wie kommst du ausgerechnet auf die Zahl 50.000?
Damnit. Link-Tag vergessen zu schließen… Hier nochmal der zweite Link.
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